Studenten entwickeln Ideen zu öffentlichem Garten in Puchheim

Auf einem der Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck vererbten Gartengrundstück in der Sandbergstraße 44 in Puchheim soll in den kommenden Jahren ein öffentlich zugänglicher Park entstehen. Am 24. Oktober lädt die Bürgerstiftung zu einer Vernissage in das Isartaler Holzhaus in dem schon jetzt parkähnlichen Privatgarten mit einem alten Baumbestand ein. Es werden dort die Gestaltungsentwürfe eines Ideenwettbewerbs von Studenten vor- und ausgestellt sowie die Preisträger ausgezeichnet. Die Studenten wurden vom Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft der Technischen Universität München von Prof. Dr. Udo Weilacher betreut.

Zwei Dinge dürfen die Gäste nicht erwarten: realisierbare, also eins zu eins umsetzbare Planungen und damit einen baldigen Start des Projekts. So wünschenswert das ist. Dafür verfügt die Bürgerstiftung nunmehr über interessante Anregungen und Ideen als Grundlage für den nun beginnenden Diskussions- und Planungsprozess. „Es wird dauern, bis die rechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Parks geschaffen sind“, sagt Dorothee von Bary, die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung. Bevor keine planerische Rechtssicherheit geschaffen sei, werde die Stiftung nicht loslegen. Auch um keine Mittel zu verschwenden. Vorher ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Puchheim eine Reihe rechtlicher und planerischer Fragen zu klären. Auch die Nachbarn sollen am Gestaltungsprozess beteiligt und deren Wünsche nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

Es ist kein Zufall, dass die frühere Eigentümerin Tamara Bründl ihren annährend fünftausend Quadratmeter großen Garten mit einem alten Baumbestand der Bürgerstiftung vermachte. Für die Fotografin war das grüne Kleinod fast ihr ganzes Leben lang ihr Zuhause. Sie wusste um dessen Wert und suchte kurz vor ihrem Tod nach einem Weg, ihr wertvolles privates Biotop auf Dauer für die Allgemeinheit zu erhalten. In ihrer Not wandte sie sich an die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung. Gemeinsam fanden die beiden Frauen die Lösung. Tamara Bründl vermachte ihr Anwesen in der Sandbergstraße testamentarisch der Bürgerstiftung. Verbunden mit einer Reihe von Auflagen, die sie als ihren letzten Willen niederschrieb. So bestimmte sie, den Garten in einen öffentlichen Park umzuwandeln, das Baurecht komplett herunterzunehmen, Freunden auf Lebenszeit ein Wohnrecht in der Dependance ihres Isartaler Wohnhauses einzuräumen und nach Erlöschen des Wohnrechts die beiden Häuser abzureißen. Obwohl es hier um komplexe und rechtlich komplizierte Zusammenhänge geht, ist dieses Projekt ein Beispiel dafür, wie die Bürgerstiftung arbeitet. Eine Stifterin will ihren ihr am Herzen gelegener Garten der Nachwelt erhalten. Die gemeinnützige Bürgerstiftung nimmt sich dieser Aufgabe zum Nutzen der Allgemeinheit an. Im Zusammenspiel von Stifterin, der Stadt, also der öffentlichen Hand, und der Bürgerstiftung kann somit ein Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in einem Stadtviertel geleistet werden.